Scrum-Glossar: Die wesentlichen Begriffe – einfach erklärt

Scrum ist leichtgewichtig, einfach zu verstehen und schwierig zu meistern, steht im Scrum Guide. Was bedeutet das?

Scrum besteht nur aus wenigen Elementen: drei Rollen, drei Artefakten und fünf Ereignissen. Das ist einfach. Die Regeln, wie diese Elemente miteinander zusammenhängen, sind allerdings in der Praxis nicht immer einfach anzuwenden. Um Sie dabei zu unterstützen, haben wir für Sie ein kleines Scrum-Lexikon mit den aus unserer Sicht wichtigsten Scrum-Begriffserklärungen zusammengestellt.

Scrum-Begriffe von A bis Z

Daily Scrum (Ereignis)

Im Daily Scrum plant das Entwicklungsteam, wie es die nächsten 24 Stunden auf das Sprintziel hinarbeiten wird. Es findet jeden Tag zur selben Zeit statt und dauert 15 Minuten.

Definition of Done (Artefakt)

In der Definition of Done (DoD) legen Entwicklungsteam und Product Owner gemeinsam fest, was alles getan sein muss, damit ein Product Backlog Eintrag wirklich fertig ist. Die DoD wird im Laufe der Zeit erweitert und angepasst, um die ständige Verbesserung der Qualität des Produktes sicherzustellen.

Entwicklungsteam (Rolle)

Das Entwicklungsteam setzt die Anforderungen um. Es entscheidet dabei allein, wie das zu tun ist, d. h. es trifft alle technischen Entscheidungen. Auch die Abstimmung technischer Details mit dem Kunden wird durch das Entwicklungsteam gemacht – es findet kein „Stille Post“-Spiel statt, bei dem Informationen verloren gehen könnten. Im Team sind alle Fähigkeiten vorhanden, die notwendig sind, um ein fertiges Produktinkrement zu liefern; man spricht von einem crossfunktionalen Team.

Inkrement (Artefakt)

Als Inkrement bezeichnet man die am Ende des Sprints vom Entwicklungsteam gelieferten neuen Features, zusammen mit allen bisher bereits gelieferten Features des Produktes. Das Inkrement ist potentiell lieferbar (muss aber nicht unbedingt sofort geliefert werden, das entscheidet der Product Owner). Alle Bestandteile des Inkrementes erfüllen die Definition of Done.

Product Backlog (Artefakt)

Das Product Backlog enthält die priorisierte Liste aller Anforderungen. Was nicht im Product Backlog steht, wird nicht gemacht. Der Product Owner ist verantwortlich dafür, das ein angemessenes Product Backlog existiert – hinreichend detailliert, von allen verstanden und für alle sichtbar. Er darf Arbeiten am Product Backlog auch an das Entwicklungsteam delegieren, und er ist gut beraten, sich bei der Detaillierung der Einträge (Product Backlog Items) vom Entwicklungsteam unterstützen zu lassen.

Product Owner (Rolle)

Der Product Owner ist wie ein Unternehmer dafür verantwortlich, das richtige Produkt bzw. den maximalen Wert für den Kunden zu liefern. Er verantwortet den wirtschaftlichen Erfolg des Produktes. Dazu sammelt und priorisiert er die Anforderungen im Product Backlog.

Produktvision (Artefakt)

Die Produktvision beschreibt, wofür das entwickelte Produkt gut ist, und hilft dem Scrum Team, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Refinement (Ereignis)

In Refinement Meetings bespricht und klärt das Scrum Team neue Anforderungen, so dass diese im nächsten Sprint direkt bearbeitet werden können. Bis zu 10% der Zeit im Sprint sollten darauf verwendet werden. Wann und wie das Refinement stattfindet, bestimmt das Scrum Team gemeinsam.

Scrum Master (Rolle)

Der Scrum Master sorgt dafür, dass Product Owner und Entwicklungsteam mit der richtigen Geschwindigkeit arbeiten (nicht zu schnell und evtl. dabei unsorgfältig, aber schnell genug, um wettbewerbsfähig zu bleiben) und sich ständig verbessern. Dazu unterstützt er die anderen Rollen dabei, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Regeln von Scrum einzuhalten.

Sprint (Ereignis)

Der Sprint ist der Rahmen für alle anderen Ereignisse (Meetings) im Scrum. Ein Sprint dauert maximal einen Monat. Während des Sprints arbeitet das Entwicklungsteam an den im Sprint Backlog beschriebenen Anforderungen.

Sprint Backlog (Artefakt)

Das Sprint Backlog enthält die Liste der Anforderungen, die das Entwicklungsteam im aktuellen Sprint umsetzt, zusammen mit einem Plan, wie die Umsetzung erfolgt. Das Sprint Backlog wird jeden Tag im Daily Scrum durch das Entwicklungsteam aktualisiert. Daran kann man auch zu jeder Zeit ablesen, wie viel Arbeit im Sprint noch zu tun ist und wie es mit der Erreichung des Sprintzieles voran geht.

Sprint Planning (Ereignis)

Am Anfang des Sprints wird geplant, was im Sprint getan werden soll. Meist wird das Planning in 2 Teile geteilt: Sprint Planning 1 (was) und Sprint Planning 2 (wie) (siehe unten). Das Sprint Planning sollte nicht länger als einen Tag dauern

Sprint Planning 1 (Ereignis)

Im Sprint Planning 1 bespricht der Product Owner mit dem Entwicklungsteam, WAS im Sprint geliefert werden soll. Dazu wählt das Entwicklungsteam so viele Items von oben aus dem priorisierten Product Backlog aus, wie es zu schaffen glaubt. Alternativ stellt der Product Owner das von ihm gewünschte Sprintziel vor und das Team wählt die Product Backlog Items (PBIs) aus, die zur Erfüllung des Ziels umgesetzt werden müssen. Das Entwicklungsteam allein bestimmt die Menge der ausgewählten PBIs; dabei berücksichtigt es den Aufwand, der durch die Einhaltung der Definition of Done entsteht.

Sprint Planning 2 (Ereignis)

Im Sprint Planning 2 plant das Entwicklungsteam, WIE sie die Anforderungen im Sprint umsetzen. Wenigstens für die ersten Tage wird ein genauer Plan erstellt (der in den Daily Scrums ständig überprüft und angepasst wird). Der Product Owner muss an diesem Meeting nicht teilnehmen, es kann aber helfen, wenn er für Rückfragen zur Verfügung steht. Genauso kann das Team Berater hinzuziehen, wenn nötig.

Sprint Retrospektive (Ereignis)

In der Sprint Retrospektive reflektiert das Scrum Team über die Arbeitsweise und die Zusammenarbeit im letzten Sprint und beschließt Maßnahmen zur Verbesserung.

Sprint Review (Ereignis)

Das Sprint Review ist das einzige Scrum Ereignis, zu dem regelmäßig Kunden und andere Stakeholder eingeladen werden. Das Ziel ist, dass das Scrum Team Feedback und neue Ideen zum Produkt bekommt. Es ist kein Statusmeeting! Das Entwicklungsteam präsentiert das Produktinkrement (die im Sprint fertig gemachten Product Backlog Items). Der Product Owner gibt einen Ausblick über die weitere Planung und die Releasetermine. Gemeinsam mit Stakeholdern und Kunden werden weitere Anforderungen an das Produkt besprochen; diese können als Product Backlog Items im Product Backlog erfasst werden.

Sprintziel (Artefakt)

Das Sprintziel beschreibt, was im Sprint erreicht werden soll. Es sollte ein prägnanter, klar verständlicher Satz sein. Es wird vom Product Owner vorgeschlagen und mit dem Entwicklungsteam abgesprochen, um sicherzustellen, dass es SMART ist.

Wozu ein Scrum-Wiki?

Buzzwords gibt es im Scrum-Framework viele. Unser Ziel ist es, die aus unserer Sicht wichtigsten Scrum-Begriffe verständlich zu erklären.

Dafür haben wir für Sie dieses kleine Scrum-Lexikon begonnen.